
REGATTABERICHT
von Klaus Mackeprang
eine Veranstaltung der Superlative
Den Begriff "Superlativ" verwendet man nur bei außergewöhnlichen Dingen oder Ereignissen.
Im Rückblick auf die vom 16.05.2010 bis 21.05.2010 veranstaltete 19. Hessenregatta ist dieser Begriff aber durchaus angebracht. Es war in jeder Hinsicht eine Veranstaltung der Rekorde:
- Noch nie haben mehr Yachten an dieser Veranstaltung teilgenommen (75)
- Noch nie war die Anzahl von Teilnehmern höher (ca. 350 Crewmitglieder)
- Noch nie sind so viele neue Crews dabei gewesen
- Noch nie waren die Durchschnittstemperaturen so niedrig (ca. 10 Grad)
- Noch nie war die Auslastung der Sanitärräume so hoch
- Noch nie haben drei Wettfahrten über diese Distanz geführt
- Noch nie ist im Durchschnitt so schnell gesegelt worden
- Noch nie ist auf der Schuppenfete so viel Bier getrunken worden (10 Fässer)
- Noch nie sind so viel Preise auf der Tombola vergeben worden (ca. 50 Stück)
Ich könnte diese Aufzählung noch weiter fortführen, aber ich glaube, man kann an diesen wenigen Punkten abschätzen, dass es sich wirklich um eine außergewöhnliche Veranstaltung handelt.

Beleuchten wir die Punkte einmal etwas genauer:
Von den 80 gemeldeten Yachten haben tatsächlich 75 Yachten an der Hessenregatta teilgenommen, zumindest an einer Wettfahrt.
Das logistische Problem der Unterbringung in den Häfen wurde gelöst, auch wenn das Feld teilweise weit auseinander untergebracht war, wie in
Warnemünde (Alter Strom, Hohe Düne) oder kompakt, wie im Hafen von
Stubbeköbing.
Ich favorisiere die Lösung
Stubbeköbing, da die Ankunft des Regattafeldes wie ein kleines Hafenfest gefeiert wurde.
Stubbeköbing
Foto freigegeben: Bernd Hoyer
350 Personen und wenige Sanitäranlagen, ein Problem welches auch in der Vergangenheit bestanden hat, aber nie zum Problem gemacht wurde. Zum ersten Mal in der 19jährigen Hessenregattageschichte wurden hier vom Veranstalter zusätzliche Sanitärräume extern bereit gestellt und dankbar angenommen.
Bei der großen Anzahl von Personen sind allerdings in vielen anderen Bereichen die Maximalgrenzen der Machbarkeit erreicht. Nur durch das zum Schuppen zusätzlich aufgebaute Zelt in
Warnemünde konnte die große Zahl an Teilnehmer aufnehmen und ein bisschen vor der Witterung schützen.
Auch bei der Siegerehrung war die Zeltkapazität voll ausgeschöpft.
Erfreulicherweise haben viele neue und junge Crews das Teilnehmerfeld bereichert. Wie man in vielen Gesprächen an Land erfahren konnte wurden diese Crews ohne Vorbehalte von den alten Hasen ohne Vorbehalte aufgenommen. Es herrschte eine entspannte ausgeglichene Atmosphäre und häufig kam die Frage nach dem Termin für die 20. Hessenregatta auf, an der natürlich auch die neuen Crews wieder teilnehmen wollen.
Ein Punkt auf den die Regattaleitung noch nie Einfluss hatte, machte der Regattaleitung manche Entscheidung schwer.
Das Wetter nimmt eben keine Rücksicht auf die Segler. In den letzten 3 Jahren sind wir sehr verwöhnt worden und so wie
Georg Stötzel berichtete von Ramses, Rasmus, Neptun und seinen Gespielinnen mit sonnigen, relativ warmen Temperaturen erfreut worden. Dieses Jahr hat aber Lokus seinen Einstand gegeben. Er brachte zwar wertvolle keramische sanitäre Waren als Gastgeschenke mit, konnte aber nicht verhehlen, dass er ein nordischer Gott ist und für ihn die Witterungsbedingungen im normalen Bereich lagen. Er griff somit direkt in den gesamten Regattaverlauf ein.

Die Entscheidung, am Sonntag nicht auszulaufen, wurde durch den prasselnden Regen auf den Salondächern und den böigen Winden im Hafen vom gesamten Regattafeld mitgetragen. Es war eine einsame Entscheidung der Regattaleitung. Erst im Nachhinein wurden Stimmen laut, die sagten, bei dem Wetter wäre ich sowieso nicht ausgelaufen. Auch die weiteren Entscheidungen der Regattaleitung erwiesen sich im Nachhinein als goldrichtig. Bedauerlich nur für die, die rein nach "Tassennavigation" gefahren sind.
Hafentag Sonntag 17. Mai 2010
Foto freigegeben: Viola Viehmann
Es konnten drei gültige Wettfahrten in rekordverdächtiger Zeit absolviert werden. Für die Strecke
Burgtiefe – Stubbeköbing brauchte das schnellste Schiff gerade einmal 6 Stunden und 12 Minuten, eine Zeit, die in den vergangen Jahren für die Strecke
Burgtiefe – Gedser benötigt wurde. Auch die anderen Zeiten sind beeindruckend.
Stubbeköbbing – Warnemünde in 5 Stunden und 14 Minuten oder die Etappe Warnemünde – Burgtiefe bis zur Tonne 3 im Fahrwasser Lübeck-Gedser in ebenfalls 5 Stunden und 14 Minuten. Bei den ersten beiden Etappen reden wir von einer Distanz von knapp 50 Seemeilen. Die Spinnackerfraktion kam diesmal nur sehr kurz zum Zuge, da die vorherrschende Windrichtung den Einsatz des meist bunten Segel nicht zuließ.

Einige wollten wohl ihren Kummer darüber bei der Schuppenfete ertränken. Das deftige Essen schuf ein gute Grundlage und kurz bevor das letzte Reservefass heran gerollt wurde, löste sich die Schuppenfete friedlich auf. Bierselig und müde verschwanden die Crews in ihren Kojen. Die letzten waren diesmal die
Metronoms, die noch am gleichen Abend, besser frühen Morgen, ihre Anlage abbauten. Ich habe noch beim zusammenklappen des Bierwagens geholfen. Aufzuräumen gab es wenig. 9 Fässer waren leer, das 10. so gut wie leer, Feiglinge gab es nicht mehr und Jägermeister nur noch in kunstvollen Gebilden aus leeren Flaschen auf einigen Tischen. Bei manchen Crews musste der Kaffee am nächsten Morgen besonders stark gekocht werden.
Zelt in Warnemünde,
Foto freigegeben: Manfred Braunegger

Bei der alljährlich während der Schuppenfete stattfindenden Tombola wurden so viel Preise ausgegeben wie noch nie, wenn man die Trostpreise dazu zählt. Hauptpreis war dieses Jahr ein GPS-Gerät von Garmin, welches von
Klaus Oppermann gewonnen wurde. Auch die beiden Sonderpreise, jeweils eine Rolle Toilettenpapier mit ent-sprechender Abdeckung erfreuten sich großer Beliebtheit. Der Versuch des Tombolaleiters mit einer Gewinnerin der Badetücher am seichten Strand schwimmen zu gehen, scheiterte an der Witterung. Nach einer halben Stunde war die Tombola vorbei und die Metronoms heizten die Stimmung weiter an.
Verlosung, Klaus Mackeprang
Foto freigegeben:
Manfred Braunegger
2011 findet die 20. Hessenregatta statt. Dies stellt die Regattaleitung und die Organisatoren wieder vor eine neue Herausforderung. Allein die 20.Veranstaltung verlangt nach neuen Superlativen. Wir nehmen die Herausforderung an !!!
Klaus Mackeprang
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P.S.:
Auch von der 19. Hessen-regatta wird es wieder einen Film mit Überraschungen geben.
Startschiff "Delta Blues"
Foto freigegeben:
Peter Hellden